
It hits you like a boomerang
Gegen alltäglichen Sexismus
Egal wie sehr wir uns bemühen, Sexismus von uns wegzustoßen, zu bekämpfen
oder zu zerschlagen, Sexismus formiert immer wieder auf´s neue! Sieht
vielleicht schicker aus, neue Farbe, neue Form und trotzdem bleibt es der
selbe Mist! Sexismus verhält sich wie ein Boomerang, Sexismus kommt immer
wieder zurück.
Sexismus trifft uns tagtäglich auf unterschiedlichste Weise: Mal tritt
Sexismus uns mit genauen Vorstellungen davon entgegen, wie wir uns als
vermeintliche Frauen zu verhalten haben und wie wir dabei aussehen sollen. An
anderen Stellen ordnet Sexismus uns an, welcher Arbeit wir nachgehen können
und welcher nicht. Sexismus macht nicht halt davor uns vorzuschreiben, wen
wir zu lieben haben und wie. Sexismus bestimmt, wo wir uns frei bewegen und
wohlfühlen können und wo nicht. Sexismus beeinflusst sogar, wie andere uns
begegnen. Durch Sexismus scheint es eindeutig zu sein, wie wir behandelt
werden dürfen und welche Aufgaben uns in dieser Gesellschaft zugeteilt
werden.
Bereits vor der Geburt teilt uns der Heterosexismus in männlich oder weiblich
ein.
Alternative Geschlechtsmodelle kommen nicht vor. Das männliche Geschlecht
wird aufgewertet, das weibliche abgewertet. Als Kinder sagt uns Sexismus,
dass wir nicht „mädchenhaft“ genug seien, wenn wir laut sind, spucken, in den
Dreck springen und lieber mit anderen raufen als mit Puppen zu spielen. Durch
Kinderbücher und filme vermittelt Sexismus uns, dass wir Prinzessinnen sind,
die auf ihren Prinzen zu warten haben. Und wenn wir ein Kopftuch tragen,
sorgt Sexismus zusammen mit Rassismus dafür, dass wir als ungebildet und
unterdrückt gelten.
In der Familie, bei der Arbeit, in der Schule, bei der Politgruppe und zu
Hause sorgt Sexismus für die stillschweigende Erwartung, dass wir aufräumen,
Kaffee kochen, putzen und für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Wir sollen
schlichten, trösten, aufmerksam sein und vor allem nicht zu „empfindlich“.
Sexismus erlegt uns auf, uns schlecht oder unbezahlt zu engagieren, sozial
verträglich zu sein und uns um alles und alle kümmern zu müssen. Wir sollen
dadurch eine Gesellschaft stabilisieren, die ohne diese unbezahlte
Reproduktions und Beziehungsarbeit zusammenbrechen würde.
In der schlimmsten Form tritt Sexismus uns als Übergriffe oder sexualisierte
Gewalt entgegen. Im Durchschnitt erfährt jede vierte Frau mindestens einmal
in ihrem Leben Gewalt und jede zweite Frau wurde bereits sexuell belästigt.
All das haben Generationen von Frauen, Lesben, Trans* und Queers vor uns
kritisiert und bekämpft. Doch Sexismus ist verdammt hartnäckig.
So bekommen wir, als Frauen, Lesben, Trans* und Queers, diesen sexistischen
Normalzustand immer noch zu spüren. Wir haben es immer noch schwerer eine
Wohnung zu bekommen, als ein HeteroPärchen mit oder ohne Kind. Wenn wir uns
Freiräume erkämpfen wollen, in denen wir uns eine kurze Pause von der
sexistischen Kackscheiße gönnen können, stoßen wir auf massiven Widerstand.
Zum Beispiel sind FrauenLesbenTrans*Abende in Kneipen immer in Gefahr
abgeschafft zu werden. Vereine, die sich für unsere Belange einsetzen sind
davon bedroht, kaputt gekürzt zu werden.
Sexismus begreifen wir als ein gesellschaftliches Verhältnis, das auf
institutioneller, struktureller, kultureller und individueller Ebene
verankert ist.
Sexismus tritt nicht alleine auf, sondern immer zusammen mit Rassismus,
Klassismus, Ableism (Diskriminierung aufgrund von körperlicher oder geistiger
Behinderung) und anderen Diskriminierungsverhältnissen.
Und weil wir auf diesen ganzen Mist immer noch keinen Bock haben, für ein
selbstbestimmtes Leben kämpfen und Menschen in ihrer Vielfalt feiern, deshalb
sind wir Feminist*innen.
Gemeinsam kämpfen wir wieder und andauernd in der Tradition des
Frauenkampftages gegen den sexistischen Normalzustand und für den Feminismus!
Lasst uns gemeinsam den Boomerang Sexismus zerstören!
Kommt zur Demo am 10.03.2012 um 14 Uhr am Gänseliesel.